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Trauer ist eine emotionale Last, Trauernde brauchen also Entlastung. In diese Kurzformel lässt sich die Gefühlssituation von trauernden Menschen fassen. Damit ist eine grundsätzliche Richtung für jede Form von Kondolenz oder Beileidsbezeugung vorgegeben.
Wenn ein Mensch nach vielen gemeinsamen Jahren stirbt, dann fehlt dem Hinterbliebenen nicht nur der Lebenspartner, sondern es fehlt auch der selbstverständlich gewordene Ansprechpartner. Die meisten Trauernden erwarten keine großen Worte, sondern dass man ihnen zuhört. Das vermittelt das Gefühl, verstanden und mit der Trauer angenommen zu sein.
„Du solltest …“ oder gar „Du musst …“: Sätze, die so beginnen, sind sicher gut gemeint, Trauernde können sie trotzdem wie Schläge empfinden. Viel hilfreicher empfinden Trauernde Angebote, die persönliche Unterstützung und Anteilnahme ausdrücken. Natürlich sind diese Angebote für denjenigen, der sie macht, mit einem höheren Zeitaufwand verbunden als das Schreiben einer Beileidskarte.
Sowohl gesprochene, als auch geschriebene Worte an Trauernde sollten gut überlegt sein. Ein Hilfsangebot, das dem Trauernden gemacht wird, muss auch wirklich machbar sein. Sätze, die man schreibt, sollen nach Möglichkeit dem Trauernden und nicht dem Schreiber gut tun. Bibelverse oder sonstiger spiritueller Trost sind mit Zurückhaltung zu verwenden, selbst wenn die Trauernden ansonsten offen dafür sind. Da Trauer und Leid Gefühlssache ist, sollte echter Trost das Herz und nicht den Kopf zu erreichen versuchen.
Den Tod erklären und verständlich machen zu wollen, macht es keinem Trauernden leichter, eher noch schwerer. Deshalb sollten Sätze wie: „Der Tod war eine Erlösung!“, „Das war ja eigentlich gar kein lebenswertes Leben mehr!“, „Der Verstorbene hat es jetzt viel besser!“,
„Es hätte ja noch viel schlimmer kommen können!“, „Der liebe Gott weiß schon, was gut für den Menschen ist!“ immer vermieden werden. Solche Gedanken mögen gut gemeint sein, vielleicht sogar stimmen. Trotzdem tun sie den engsten Angehörigen meist sehr weh. Sprechen Trauernde allerdings selber in dieser Form über den Tod und den Verlust, ist das etwas anderes und sollte nicht kommentiert werden.
Für den Trauenden sind eine mitgeweinte Träne oder eine herzliche Umarmung oft wichtiger als viele kluge Worte.